Wartung des Abwassersystems selbst – einfache Werkzeuge mit großer Wirkung

Wartung des Abwassersystems selbst – einfache Werkzeuge mit großer Wirkung

Ein funktionierendes Abwassersystem ist die Grundlage für ein sauberes und gesundes Zuhause. Dennoch denken die meisten Hausbesitzer erst daran, wenn Probleme auftreten – etwa unangenehme Gerüche, Verstopfungen oder gar Überschwemmungen. Mit ein paar einfachen Werkzeugen und etwas regelmäßiger Pflege können Sie jedoch viel tun, um teure Reparaturen zu vermeiden. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Abwassersystem in Schuss halten.
Kennen Sie Ihr Abwassersystem
Bevor Sie mit der Wartung beginnen, sollten Sie wissen, wie Ihr Abwassersystem aufgebaut ist. In den meisten Häusern wird das Schmutzwasser aus Küche, Bad und Toilette über ein Rohrsystem in die öffentliche Kanalisation geleitet. Regenwasser von Dach und Terrasse fließt häufig in ein separates System.
Falls vorhanden, werfen Sie einen Blick in die Entwässerungspläne Ihres Grundstücks – diese erhalten Sie bei Ihrer Gemeinde oder einem Fachbetrieb für Abwassertechnik. So wissen Sie, wo sich Revisionsschächte, Rohre und Abläufe befinden, und können bei Problemen gezielt handeln.
Die wichtigsten Werkzeuge für die Wartung
Sie brauchen keine teuren Geräte, um Ihr Abwassersystem instand zu halten. Einige einfache Werkzeuge reichen völlig aus:
- Pümpel (Saugglocke) – ideal, um Verstopfungen in Waschbecken, Dusche oder Toilette zu lösen.
- Abflussspirale (Handspirale) – entfernt hartnäckige Ablagerungen und Haare in den Rohren.
- Hochdruckschlauch für den Reiniger – spült Rohre und Fallleitungen gründlich durch.
- Schutzhandschuhe und Eimer – sorgen für Hygiene und erleichtern die Arbeit.
- Kanalreinigungsstange – hilfreich, um Laub und Schlamm aus Revisionsschächten zu entfernen.
Mit diesen wenigen Hilfsmitteln können Sie die meisten vorbeugenden Arbeiten selbst erledigen.
Abflüsse regelmäßig reinigen
Verstopfungen entstehen am häufigsten in Küche und Bad. Fett, Seifenreste und Haare setzen sich in den Rohren fest und bilden mit der Zeit Pfropfen. Eine monatliche Reinigung beugt Problemen vor:
- Entfernen Sie den Abflussdeckel und beseitigen Sie sichtbaren Schmutz.
- Gießen Sie heißes Wasser in den Abfluss, um Fettablagerungen zu lösen.
- Verwenden Sie bei langsam ablaufendem Wasser eine Spirale oder einen Pümpel.
- Verzichten Sie auf chemische Abflussreiniger – sie können Rohre und Umwelt schädigen.
Ein einfacher Tipp: Gießen Sie einmal pro Woche einen Liter heißes Wasser mit etwas Spülmittel in den Küchenabfluss. Das löst Fett und hält die Leitungen frei.
Schächte und Revisionsöffnungen kontrollieren
Viele Grundstücke verfügen über Revisions- oder Schlammfangschächte. Diese fangen Sand, Blätter und Schmutz auf, bevor sie in die Kanalisation gelangen. Wenn sie nicht regelmäßig geleert werden, drohen Rückstau und Überschwemmungen.
Öffnen Sie den Deckel vorsichtig (mit Handschuhen) und prüfen Sie, ob sich viel Schlamm am Boden gesammelt hat. Ist die Schicht dicker als etwa 5–10 cm, sollten Sie den Schacht reinigen. Entfernen Sie den Schlamm mit einer kleinen Schaufel oder einem Eimer und spülen Sie anschließend mit Wasser nach.
Am besten führen Sie diese Kontrolle zweimal im Jahr durch – im Frühjahr und im Herbst.
Regenwasseranlagen sauber halten
Regenrinnen und Fallrohre sind besonders anfällig für Laub, Moos und Erde. Wenn das Wasser nicht mehr frei abfließen kann, drohen Feuchtigkeitsschäden an Fassade und Fundament.
- Reinigen Sie Dachrinnen und Fallrohre mindestens einmal jährlich.
- Spülen Sie die Rohre mit einem Hochdruckschlauch durch.
- Achten Sie darauf, dass Regenwasserschächte nicht durch Laub oder Erde verdeckt sind.
Ein einfaches Laubfanggitter in der Dachrinne kann viele Probleme verhindern.
Gerüche und Schädlinge vermeiden
Unangenehme Gerüche aus dem Abfluss entstehen oft, wenn der Siphon austrocknet oder sich organisches Material in den Rohren zersetzt. Gießen Sie regelmäßig Wasser in selten genutzte Abflüsse – etwa im Keller oder in der Gästetoilette – damit die Geruchsbarriere erhalten bleibt.
Auch Ratten können über die Kanalisation ins Haus gelangen. Prüfen Sie, ob alle Deckel und Rohrverbindungen dicht sind, und lassen Sie gegebenenfalls eine Rattensperre im Hauptrohr installieren. Diese verhindert, dass Tiere aus der Kanalisation eindringen.
Wann Sie einen Fachbetrieb rufen sollten
Trotz aller Eigeninitiative gibt es Situationen, in denen Sie besser einen Fachmann hinzuziehen:
- Wenn mehrere Abflüsse gleichzeitig verstopft sind.
- Wenn Verstopfungen immer wieder auftreten.
- Wenn Sie Risse, Undichtigkeiten oder Wassereintritt bemerken.
- Wenn Sie Anzeichen für Ratten im Abwassersystem feststellen.
Ein zertifizierter Abwassertechniker kann mit Kameras und Spezialwerkzeugen die Leitungen inspizieren und das Problem gezielt beheben.
Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung
Die Wartung des Abwassersystems ist weder kompliziert noch teuer. Mit wenigen Werkzeugen und etwas Aufmerksamkeit können Sie die Lebensdauer Ihrer Anlage deutlich verlängern und teure Schäden vermeiden.
Vorbeugen ist besser als reparieren – ein kurzer Einsatz ein- bis zweimal im Jahr spart Ihnen Ärger, Kosten und sorgt für ein dauerhaft sauberes Zuhause.













